Blick hinter der Schirn die Arkaden runter zum Dom. Fluchtpunktperspektive

HNY2023 y'all.

Schwubbs, wieder ein Jahr rum und den Kalender umgedreht.

Beim Sinnieren während der heutigen - also heute #NeujahrslichtRunde, quasi - quer durch die Innenstadt (ungeplant aber erfreulicherweise genau während des Stadtgeläuts) ist mir aufgefallen, dass ich mit zunehmenden Alter immer mehr Ecken, Orte und Erinnerungen habe an Sachen, die nicht mehr da sind. Geschlossene Clubs oder ehemals angesagte Kneipen oder Läden. Wohnungen von verstorbenen Freunden. Ganze Gebäude und Viertel, die sich komplett verändert haben. Kalte Winter und milde Sommer. Volles Haupthaar. Mit jedem Jahr mehr befinden sich nun erlebte Dinge *hinter* einem, und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, dass da vor einem auch schon rein statistisch gesehen nicht mehr so viel liegt.

Ist das vielleicht der Grund, warum "Heimat" und Konservsatismus eher bei den älteren Semestern auf fruchtbaren Boden fällt? Man will keine Veränderung mehr, nicht schon wieder was, was weg ist, obwohl man es doch lieb gewonnen und sich seinerzeit gut dabei gefühlt hat?

Mir gefällt diese Beobachtung an mir selbst nicht. Ich höre mir Platten an, die fast 40 Jahre alt sind und denke, geile Musik, und bin im Geist wieder im Idiot Ballroom in der 'Kapp und himmele mehr oder weniger erfolgreich kleine rothaarige Mädchen an. Ich sichere mir Gegenstände aus meiner Kindheit und erfreue mich daran, die alte Braun Audio wiederbelebt zu haben. Ich stehe auf alte Gitarren und Bässe. Hm.

Noch ist es nicht so, hoffe ich, dass ich komplett allem Neuen gegenüber abgeneigt bin, aber eine Dosis Skepsis schleicht sich doch schon hin und wieder ein. Hm.

Weider gehts. Muss ja, gerade und vor allem jetzt, mit dem ganzen Scheiss, den uns kollektiv dieses das haben wir schon immer so gemacht reingeritten hat.